Das Radwanderkino in Grünau begeistert mit Rekordbeteiligung
Ein Sommerabend, 313 Radfahrende und ganz viel Grünau: Das Radwanderkino lockte so viele Menschen wie nie zuvor auf die gemeinsame Tour. Mit Filmen, Musik und vielen Geschichten wurde das 50-jährige Stadtteiljubiläum zu einem unvergesslichen Erlebnis

Ein Bericht von Michael Berninger
Mit einem solchen Andrang hatte niemand gerechnet: 313 Radfahrende machten sich am Freitag, den 10. Juli 2026, vom Bürgerbahnhof Plagwitz aus auf den Weg zum Radwanderkino nach Grünau. Damit wurde die Veranstaltung zur bislang größten Ausgabe des Radwanderkinos und zeigte eindrucksvoll, wie groß das Interesse an Kultur, Gemeinschaft und dem Stadtteiljubiläum „50 Jahre Grünau“ ist.
Im Mittelpunkt des Abends standen die ersten vier Kurzfilme des Leipziger Regisseurs Birk Poßecker, die eigens für das Jubiläum entstanden sind. Dort, wo sie spielen, wurden sie auch gezeigt – mitten in Grünau. Die dokumentarischen Kurzfilme erzählen von Menschen, die den Stadtteil geprägt haben oder erst später hierhergezogen sind. Junge und ältere Bewohner*innen berichten von ihrem Alltag, ihren Erinnerungen und ihrer ganz persönlichen Beziehung zu Grünau. Entstanden ist ein vielstimmiges Porträt eines Stadtteils, das mit Klischees aufräumt und zeigt, wie vielfältig Leipzig ist.
Birk Poßecker, der bereits mit „Hütten sind für alle da“ bekannt wurde, arbeitet derzeit an einer fünfteiligen Dokumentarserie über Grünau. Ab August können alle Folgen im Rahmen des Jubiläumsprogramms angesehen werden.
Doch das Radwanderkino bestand nicht nur aus bewegten Bildern. Begleitet wurde die Tour von Katharina Lebedev und Marcel Kopka von der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, die mit ihren Akkordeons für die passende musikalische Atmosphäre sorgten und den Abend trotz fehlender Verstärkung klangvoll bereicherten.
Passend zum Grünau-Jubiläum widmet sich auch das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig dem Thema Großwohnsiedlungen. Die Ausstellung „Platte. Leben in der Großwohnsiedlung“ ist noch bis zum 17. Januar 2027 kostenfrei zu sehen und ergänzt die filmischen Eindrücke um historische und gesellschaftliche Perspektiven.
Ein solches Projekt lebt vom Engagement vieler Menschen. Ein herzliches Dankeschön geht an Juliana Klengel für die technische Betreuung, Arthur Bruls mit seinem Getränkerad, den unermüdlichen Fotografen Hendrik Pupat, Michael Berninger für die Organisation sowie an die zahlreichen Ordner*innen des ADFC Leipzig, die für einen sicheren Ablauf sorgten. Ohne ihren Einsatz wäre eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht möglich gewesen.
Das Radwanderkino ist eine gemeinsame Veranstaltung des Stadt-Umland LPV LeipzigGrün und des ADFC Leipzigin Kooperation mit dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, der Stadt Leipzig sowie dem Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung und dem Amt für Stadtgrün und Gewässer.
Das nächste Radwanderkino findet am Samstag, den 22. August 2026 statt. Dann bringt das Radwanderkino die Grünauer Geschichten nach Markkleeberg. Start ist um 20.00 Uhr am Rathaus Markkleeberg. Wir freuen uns auf viele Mitradelnde!




