ADFC-Fahrradklima-Test

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist der Zufriedenheits-Index der Radfahrenden in Deutschland © ADFC

69% der Tauchaer fühlen sich beim Radfahren gefährdet

 

69% der Tauchaer fühlen sich gefährdet, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind. 78% geben an, dass sie regelmäßig zu knapp von Autos überholt werden. Dies zeigt der Fahrradklima-Test des ADFC, der am 16. März der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

 

Taucha, 16. März 2021. Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, betont den Handlungsbedarf in Taucha: „Beim Fahrradboom der letzten Jahre handelt es sich um einen anhaltenden Trend, den die Pandemie im vergangenen Jahr zusätzlich verstärkt hat. Die Kommunalpolitik darf diese Entwicklung nicht verschlafen. Die Menschen wollen mehr Wege mit dem Rad zurücklegen. Doch damit sie das tun können, brauchen wir durchgehend sichere Radnetze und angstfreie Wege." 68% der Tauchaer wünschen sich mehr Engagement der Tauchaer Stadtverwaltung bei der Förderung des Radfahrens. Der Fahrradklima-Test zeigt aber auch, dass Verbesserungen anerkannt werden. Beispielsweise wird der Winterdienst auf Tauchas Radwegen deutlich besser bewertet als im Rest von Sachsen.

„Überdurchschnittlich unzufrieden sind die Menschen in Taucha mit den Möglichkeiten, das Fahrrad sicher anzuschließen. Hier kann die Stadt Taucha leicht und kostengünstig für Verbesserungen sorgen“, so Krause. Zwei Drittel der Befragten in Taucha wünschen sich mehr diebstahlsichere Fahrradabstellmöglichkeiten. Diese werden auch dringend benötigt, denn 79% sehen den Fahrraddiebstahl in ihrer Stadt als großes Problem an.

„Natürlich muss aber auch der Freistaat die sächsischen Kommunen unterstützen. Dass Verkehrsminister Martin Dulig jetzt den Städten und Gemeinden den Geldhahn zudrehen will, besorgt mich sehr" sagt Konrad Krause. Der Haushaltsentwurf der sächsischen Staatsregierung sieht eine Reduzierung von Mitteln zum Ausbau kommunaler Radwegenetze von 11,7 Mio. Euro im Jahr 2020 auf rund 2,4 Mio. Euro ab 2021 vor. Der ADFC setzt große Hoffnungen darauf, dass die Landtagsabgeordneten von CDU, Grünen und SPD dies in letzter Sekunde noch korrigieren.

„Taucha leidet unter zu viel Autoverkehr. Wenn die eigenen Einwohner*innen sich sicher mit dem Rad in ihrer Stadt bewegen könnten, würden mehr Menschen aufs Rad umsteigen - schon die Hälfte der Verkehrsprobleme wäre gelöst. Verkehrsberuhigende Maßnahmen, Tempo 30-Zonen und breitere, sichere Radspuren könnten viele Probleme entschärfen. Wir wünschen uns, dass die Stadtverwaltung dazu ein Radkonzept erstellt unter Einbeziehung der Bürgerschaft“, so Rosalie Kreuijer, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Leipzig über die Situation in Taucha.

Darüber hinaus gibt es in Taucha weitere Verbesserungsmöglichkeiten. Rund zwei Drittel fühlen sich an Baustellen nur unzureichend geschützt und 64% fordern ein konsequenteres Vorgehen gegen Falschparker auf Radwegen. 47% wünschen sich mehr geöffnete Einbahnstraßen in die Gegenrichtung. Auch hier kann die Stadt einfach und kostengünstig Abhilfe schaffen.

Hintergrund

Der Fahrradklima-Test ist die größte Umfrage zum Radverkehr weltweit und wird seit 2012 alle zwei Jahre vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) durchgeführt. Die Untersuchung umfasst 27 Fragen. Zwischen September und November 2020 konnten Radfahrende deutschlandweit ihre Meinung zu den Radverkehrsbedingungen in ihrer Stadt äußern. 94% der Befragten verfügen über einen Führerschein und 76% besitzen ein Auto. 85% sind nicht Mitglied im ADFC. Das Fahrradklima, also die Wahrnehmung der Radverkehrsbedingungen, hat sich bundesweit weiter verschlechtert. 2014 wurde das Fahrradklima noch mit der Schulnote 3,7 bewertet, 2016 mit 3,8, 2018 mit 3,9 und nun mit 3,93.

2020 bewerteten in Taucha 160 Personen ihre Stadt nach Fahrradkriterien, in Sachsen waren es über 11.000 und deutschlandweit sogar fast 230.000. Die Ergebnisse für die Stadt Taucha zeigen einen Aufholbedarf. Mit einer Gesamtbewertung der Fahrradsituation mit der Schulnote 3,96 befindet sich Taucha im Mittelfeld. Unter 1024 untersuchten Städten belegte Taucha den 547. Platz.

Beim Fahrradklima-Test lag in diesem Jahr ein besonderer Fokus auf dem Zusammenhang zwischen der Pandemie-Situation und dem Radverkehr. Demnach hat das Fahrrad mit der Corona-Pandemie als Verkehrsmittel an Bedeutung gewonnen. 53% der Tauchaer bestätigten diese Tendenz. 51% der Befragten in Taucha gaben an, während der Corona-Pandemie mit dem Rad neue Ziele in der Umgebung entdeckt zu haben

Kontakt für Rückfragen zum Fahrradklima-Test in Sachsen: 

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen
0176 - 317 318 08 / 0351 - 501 39 17

Kontakt für Rückfragen zum Fahrradklima-Test in Leipzig:

Robert Strehler, Vorsitzender ADFC Leipzig
0176 - 245 498 79

Rosalie Kreuijer, stellvertretende Vorsitzende ADFC Leipzig
0176 - 649 536 50

Übersicht der Ergebnisse des Fahrradklima-Test in Leipzig 2020: https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/sLZGEoRWNjpFwqX

Link zu den Ergebnissen der vergangenen Jahre: https://fahrradklima-test.adfc.de/ergebnisse

Link zum Fragebogen 2020: https://fahrradklima-test.adfc.de/fileadmin/BV/FKT/Download-Material/adfc_FKT_Fragebogen_DIN_A4_2020_web.pdf

 


https://leipzig.adfc.de/pressemitteilung/69-der-tauchaer-fuehlen-sich-beim-radfahren-gefaehrdet

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Welche Vorteile habe ich durch eine Mitgliedschaft im ADFC?

    Sie haben zahlreiche konkrete Vorteile. Sie erhalten:

     

    • eine Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung für Rad- und Fußverkehr sowie ÖPNV
    • kostenlose Rechtsberatung
    • die deutschlandweite ADFC-Pannenhilfe
    • zahlreiche Vergünstigungen, bspw. bei CarSharing- und BikeSharing-Angeboten
    • Rabatte in ausgewählten Fahrradläden
    • Rabatte auf ADFC-Angebote, bspw. bei Vorträgen und Radtouren
    • das Mitgliedsmagazin "Radwelt" regelmäßig zugestellt

     

    Durch eine Mitgliedschaft unterstützen Sie den ADFC, sich für die Interessen von Radfahrenden und für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einzusetzen und Einfluss auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene zu nehmen.

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  • Wann kommt das Radtourenprogramm heraus und wo finde ich es?

    Das Programm erscheint jedes Jahr im Frühling und ist in der Geschäftsstelle oder auch online auf unserer Website erhältlich. Außerdem wird es über culturtraeger in Leipzig verteilt.

  • Gibt es vom ADFC einen Musterkaufvertrag für den Privatkauf eines gebrauchten Fahrrads?

    Ja. Einen Musterkaufvertrag für den privaten Kauf von Gebrauchträdern finden Sie hier. Darin werden persönliche Daten von Verkäufer*in und Käufer*in sowie Details zum Fahrrad und zum Kaufpreis festgehalten.

  • Muss ich zwingend auf dem Radweg fahren?

    Radwege müssen benutzt werden, wenn dies durch entsprechende Beschilderung angeordnet ist. Sobald Sie auf einem Radweg ein Schild mit weißem Fahrrad auf blauem Grund sehen, müssen Sie zwingend den Radweg benutzen. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Radweg handelt, der vom Fußweg getrennt ist, oder um einen gemeinsam genutzten Weg. Es besteht Radwegbenutzungspflicht.

     

    Ohne blaues Schild haben Sie die freie Wahl, ob Sie Fahrbahn oder Radweg benutzen möchten.

     

    Sind Radwege mit Benutzungspflicht nicht nutzbar (Wurzeln, Schnee und Eis, Blätter, Scherben etc.), kann auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Ein Ausweichen auf den Gehweg ist allerdings tabu.

     

    In unserem Dossier zur Radwegbenutzungspflicht gibt es weitere Informationen zum Thema und zur Projektgruppe des ADFC, die sich mit der Überprüfung der Benutzungspflicht von Radwegen beschäftigt.

  • Dürfen Radwege in beide Richtungen befahren werden?

    Nein. Sind auf beiden Straßenseiten Radwege vorhanden, dürfen Sie im Regelfall nur den Radweg benutzen, der in Ihrer Fahrtrichtung rechts liegt. Anderenfalls sind Sie als Geisterfahrer*in auf dem Radweg unterwegs.

     

    Ausnahmen sind erlaubt, wenn der Radweg durch zusätzliche Beschilderung in beide Richtungen frei gegeben ist.

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