ADFC-Fahrradklima-Test

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist der Zufriedenheits-Index der Radfahrenden in Deutschland © ADFC

52% der Markkleeberger fühlen sich beim Radfahren gefährdet

 

52% der Markkleeberger fühlen sich gefährdet, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind. 69% sehen sich an Baustellen nur unzureichend geschützt. Dies zeigt der Fahrradklima-Test des ADFC, der am 16. März der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

 

Markkleeberg, 16. März 2021. Neben dem Sicherheitsgefühl beim Radfahren weisen die Ergebnisse der ADFC-Studie auf weitere Problemstellen beim Radverkehr in Markkleeberg hin. 54% der Befragten gaben an, dass sie sogar auf Radwegen nicht sicher Fahrrad fahren können. Zwei Drittel sind mit der Breite der Radwege unzufrieden und 49% wünschen sich eine bessere Oberflächenqualität.

Im sachsenweiten Vergleich befindet sich Markkleeberg im vorderen Bereich. Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, verweist dennoch auf weiteren Handlungsbedarf in Markkleeberg: „Beim Fahrradboom der letzten Jahre handelt es sich um einen anhaltenden Trend, den die Pandemie im vergangenen Jahr zusätzlich verstärkt hat. Die Kommunalpolitik darf diese Entwicklung nicht verschlafen. Markkleeberg hat sich bei einigen Fragestellungen verbessert, doch das ist nicht genug. Die Menschen wollen mehr Wege mit dem Rad zurücklegen. Doch damit sie das tun können, brauchen wir durchgehend sichere Radwegenetze und angstfreie Wege."

„Für alle die in Sachsen sicher, zügig und bequem Radfahren möchten, ist Markkleeberg die erste Wahl in vielen Hinsichten. Besonders das Neuseenland ist ein radtouristisches Highlight - aber nützt das den Radfahrer*innen auch etwas bei den täglichen Strecken zwischen Arbeit und Wohnung? Es bleiben noch wichtige Handlungsfelder offen, wo die Stadtverwaltung, die Polizei, die Wirtschaft und die Bürger*innen Lösungen suchen müssen. Zum Beispiel bleibt der Raddiebstahl und das Falschparken auf Radwegen ein Ärgernis. Ebenso ist die Breite der Radwege noch nicht befriedigend. Markkleeberg ist auf einem guten Weg, aber soll jetzt nicht nachlassen bei der Radförderung“, so Rosalie Kreuijer, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Leipzig.

Der Fahrradklima-Test zeigt gleichzeitig, dass Verbesserungen anerkannt werden. Beim letzten Fahrradklima-Test 2018 kritisierten 72% den mangelhaften Winterdienst auf Radwegen. Beim aktuellen Fahrradklima-Test ist der Wert auf 58% gesunken. Ein gutes Zeichen. Ebenso honorierten die Befragten, dass in Markkleeberg viele Einbahnstraßen für den Radverkehr in beide Richtungen nutzbar sind.

Dennoch finden 58% der Markkleeberger, dass die Stadtverwaltung mehr tun könnte, um den Radverkehr voran zu bringen. „Markkleeberg liegt im sächsischen Vergleich zwar vorn. Doch auch hier scheint noch viel möglich, um die Einwohner zu zufriedenen Radfahrern zu machen.“ so Krause.

"Natürlich muss aber auch der Freistaat die sächsischen Kommunen unterstützen. Dass Verkehrsminister Martin Dulig jetzt den Städten und Gemeinden den Geldhahn zudrehen will, besorgt mich sehr" sagt Konrad Krause. Der Haushaltsentwurf der sächsischen Staatsregierung sieht eine Reduzierung von Mitteln zum Ausbau kommunaler Radwegenetze von 11,7 Mio. Euro im Jahr 2020 auf rund 2,4 Mio. Euro ab 2021 vor. Der ADFC setzt große Hoffnungen darauf, dass die Landtagsabgeordneten von CDU, Grünen und SPD dies in letzter Sekunde noch korrigieren.

Hintergrund zum Fahrradklima-Test

Der Fahrradklima-Test ist die größte Umfrage zum Radverkehr weltweit und wird seit 2012 alle zwei Jahre vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) durchgeführt. Er umfasst 27 Fragen. Zwischen September und November 2020 konnten Radfahrende deutschlandweit ihre Meinung zu den Radverkehrsbedingungen in ihrer Stadt äußern. 94% der Befragten verfügen über einen Führerschein und 76% besitzen ein Auto. 85% sind nicht Mitglied im ADFC. Das Fahrradklima, also die Wahrnehmung der Radverkehrsbedingungen, hat sich bundesweit weiterhin verschlechtert. 2014 wurde das Fahrradklima noch mit der Schulnote 3,7 bewertet, 2016 mit 3,8, 2018 mit 3,9 und nun mit 3,93.

2020 bewerteten in Markkleeberg 116 Personen ihre Stadt nach Fahrradkriterien, in Sachsen waren es über 11.000 und deutschlandweit sogar fast 230.000. Mit einer Gesamtbewertung der Fahrradsituation mit einer Schulnote von 3,48 liegt Markkleeberg etwas besser als der bundesweite Durchschnitt und auf Rang 44 von 415 der Städte mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern. Nachdem der Fahrradklima-Test 2018 im gesamten Freistaat eine kleine Verbesserung zu den Vorjahren aufzeigte, verschlechterte sich das Fahrradklima wieder leicht von der Schulnote 3,95 auf 4,02.

Beim Fahrradklima-Test lag in diesem Jahr ein besonderer Fokus auf dem Zusammenhang zwischen der Pandemie-Situation und dem Radverkehr. Danach hat das Fahrrad mit der Corona-Pandemie als Verkehrsmittel an Bedeutung gewonnen. 69% der Markkleeberger bestätigten diese Tendenz. 50% der Befragten in Markkleeberg gaben an, während der Corona-Pandemie mit dem Rad neue Ziele in der Umgebung entdeckt zu haben.

Kontakt für Rückfragen zum Fahrradklima-Test in Sachsen: 

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen
0176 - 317 318 08 / 0351 - 501 39 17

Kontakt für Rückfragen zum Fahrradklima-Test in Leipzig:

Robert Strehler, Vorsitzender ADFC Leipzig
0176 - 245 498 79

Rosalie Kreuijer, stellvertretende Vorsitzende ADFC Leipzig
0176 - 649 536 50

Übersicht der Ergebnisse des Fahrradklima-Test in Leipzig 2020: https://sn.adfc-clouds.de/index.php/s/sLZGEoRWNjpFwqX

Link zu den Ergebnissen der vergangenen Jahre: https://fahrradklima-test.adfc.de/ergebnisse

Link zum Fragebogen 2020: https://fahrradklima-test.adfc.de/fileadmin/BV/FKT/Download-Material/adfc_FKT_Fragebogen_DIN_A4_2020_web.pdf

 


https://leipzig.adfc.de/pressemitteilung/52-der-markkleeberger-fuehlen-sich-beim-radfahren-gefaehrdet

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Welche Vorteile habe ich durch eine Mitgliedschaft im ADFC?

    Sie haben zahlreiche konkrete Vorteile. Sie erhalten:

     

    • eine Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung für Rad- und Fußverkehr sowie ÖPNV
    • kostenlose Rechtsberatung
    • die deutschlandweite ADFC-Pannenhilfe
    • zahlreiche Vergünstigungen, bspw. bei CarSharing- und BikeSharing-Angeboten
    • Rabatte in ausgewählten Fahrradläden
    • Rabatte auf ADFC-Angebote, bspw. bei Vorträgen und Radtouren
    • das Mitgliedsmagazin "Radwelt" regelmäßig zugestellt

     

    Durch eine Mitgliedschaft unterstützen Sie den ADFC, sich für die Interessen von Radfahrenden und für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einzusetzen und Einfluss auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene zu nehmen.

    Überzeugt? Hier geht es zum Beitrittsformular.

  • Wann kommt das Radtourenprogramm heraus und wo finde ich es?

    Das Programm erscheint jedes Jahr im Frühling und ist in der Geschäftsstelle oder auch online auf unserer Website erhältlich. Außerdem wird es über culturtraeger in Leipzig verteilt.

  • Gibt es vom ADFC einen Musterkaufvertrag für den Privatkauf eines gebrauchten Fahrrads?

    Ja. Einen Musterkaufvertrag für den privaten Kauf von Gebrauchträdern finden Sie hier. Darin werden persönliche Daten von Verkäufer*in und Käufer*in sowie Details zum Fahrrad und zum Kaufpreis festgehalten.

  • Muss ich zwingend auf dem Radweg fahren?

    Radwege müssen benutzt werden, wenn dies durch entsprechende Beschilderung angeordnet ist. Sobald Sie auf einem Radweg ein Schild mit weißem Fahrrad auf blauem Grund sehen, müssen Sie zwingend den Radweg benutzen. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Radweg handelt, der vom Fußweg getrennt ist, oder um einen gemeinsam genutzten Weg. Es besteht Radwegbenutzungspflicht.

     

    Ohne blaues Schild haben Sie die freie Wahl, ob Sie Fahrbahn oder Radweg benutzen möchten.

     

    Sind Radwege mit Benutzungspflicht nicht nutzbar (Wurzeln, Schnee und Eis, Blätter, Scherben etc.), kann auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Ein Ausweichen auf den Gehweg ist allerdings tabu.

     

    In unserem Dossier zur Radwegbenutzungspflicht gibt es weitere Informationen zum Thema und zur Projektgruppe des ADFC, die sich mit der Überprüfung der Benutzungspflicht von Radwegen beschäftigt.

  • Dürfen Radwege in beide Richtungen befahren werden?

    Nein. Sind auf beiden Straßenseiten Radwege vorhanden, dürfen Sie im Regelfall nur den Radweg benutzen, der in Ihrer Fahrtrichtung rechts liegt. Anderenfalls sind Sie als Geisterfahrer*in auf dem Radweg unterwegs.

     

    Ausnahmen sind erlaubt, wenn der Radweg durch zusätzliche Beschilderung in beide Richtungen frei gegeben ist.

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