Schweigeminute und Gedenkfahrt für den verstorbenen Radaktivisten Natenom

Am Sonntag, den 11. Februar 2024 gedenken tausende Radfahrende, dem in der vergangenen Woche verstorbenen Radaktivisten Natenom und fordern sichere Verkehrsinfrastruktur ein. Schließt euch der bundesweiten Schweigeminute und einer Gedenkfahrt an!

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Wir rufen gemeinsam mit zahlreichen Organisationen und Initiativen zu einer bundesweiten Schweigeminute und einer Gedenkfahrt in Leipzig für den verstorbenen Radaktivisten Natenom auf. © Verkehrswende Leipzig

Am Sonntag, den 11. Februar 2024 gedenken tausenden Radfahrenden dem in der vergangenen Woche verstorbenen Radaktivisten Natenom und fordern sichere Verkehrsinfrastruktur ein. Die Initiative Verkehrswende Leipzig ruft gemeinsam mit dem ADFC Leipzig sowie zahlreichen Organisationen und Initiativen zu einer bundesweiten Schweigeminute und einer Gedenkfahrt in Leipzig und anderen Städten auf.

Radfahrende in ganz Deutschland sind über Natenoms Tod entsetzt. Denn der 43-jährige hat mit viel Einsatz für gute, sichere Radwege und gegen rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr gekämpft. Natenom engagierte sich beim lokalen ADFC, beteiligte sich an Critical Masses oder organisierte Kinderfahrraddemos mit. Auf seinen Social-Media-Kanälen und in seinem Blog natenom.de dokumentierte er regelmäßig die Missstände auf seinen Wegen. Ausgerechnet er wurde auf seiner täglichen Pendelstrecke in der Nähe von Pforzheim von einem 77-jährigen Autofahrer überfahren. Natenom starb noch am Unfallort. Gegen den Autofahrer hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen.

Seit Jahrzehnten engagieren sich zahlreiche Menschen auch in Leipzig für die Verkehrswende. ADFC-Mitglieder mussten sich das Recht auf dem Ring Rad zu fahren erst gerichtlich erkämpfen. Tausende Leipziger*innen unterstützten bisher Petitionen und Appelle des Ökolöwen für eine umweltfreundliche und sichere Mobilität in der Stadt. Verkehrswende Leipzig machte mit einer Gehzeugparade in der Innenstadt auf den enormen Flächenverbrauch des Kfz-Verkehrs aufmerksam. Trotzdem stellen alle fest: Auf der Straße kommt so gut wie nichts voran. Das „Auto im Kopf“ verhindert in Bund, Ländern und Kommunen, dass Radfahrer*innen und Fußgänger*innen als gleichwertige Verkehrsteilnehmende wahrgenommen werden. Die Gesetze, allen voran das Straßenverkehrsgesetz (StVG) und die dazugehörige Straßenverkehrsordnung (StVO), unterbinden jeden noch so zaghaften Versuch, die Hierarchie mit König Auto an der Spitze aufzubrechen.

Wir brauchen eine Mobilität, die sich statt nach den Bedürfnissen von Autos nach den Bedürfnissen von Menschen richtet. Dagegen sterben täglich Fußgänger*innen und Radfahrer*innen auf deutschen Straßen. Jeden einzelnen Tag werden acht Menschen nie wieder nach Hause kommen. Kinder und ältere Menschen sind die häufigsten Opfer unter den ungeschützten Verkehrsteilnehmer*innen – diese profitieren am meisten von einer menschenfreundlichen Mobilität. Aber auch Autofahrende, die auf ein Kfz angewiesen sind, kommen schneller und sicherer voran, wenn viele auf andere Verkehrsmitteln umsteigen. Statt Stau und Parkplatznot können sich Städte und Gemeinden durch Grünflächen und Lebensqualität auszeichnen.

Uns reicht’s! Daher fordern wir: 

◾ Besserer Schutz von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen: Ziel muss die sog. Vision Zero sein, d. h. Unfalltote im Straßenverkehr zu verhindern.
◾ Verkehrsminister Wissing (FDP) muss schleunigst einen Vermittlungsausschuss anrufen, um die vom Bundesrat blockierte Reform von StVG und StVO zu beenden.
◾ Die Bundesregierung muss flächendeckende Tempolimits auf Autobahnen, die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen einführen und die Forderungen der Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden“ umsetzen.
◾ Der Bund und der Freistaat Sachsen müssen mehr und stetige Fördermittel für den Umweltverbund (Fuß-, Rad-, Bus- und Bahnverkehr) bereitstellen.
◾ Polizei und Ordnungsamt müssen konsequent Verkehrsverstöße ahnden. Der Gesetzgeber muss die Höhe von Bußen und Strafen an die Schwere der Regelverletzungen nach oben anpassen.
◾ Die Stadt Leipzig muss in die Personaloffensive gehen, um die zahlreichen vakanten Stellen im Ordnungsamt und im Verkehrs- und Tiefbauamt endlich zu besetzen.
◾ Die Stadt Leipzig muss den jetzt schon bestehenden Handlungsspielraum bei der Verkehrsüberwachung und der Verkehrsplanung ausschöpfen und ihr Personal entsprechend weiterbilden.

Ablauf und Route der Versammlung

◾ 12:30 Uhr Beginn der Versammlung auf dem Augustusplatz vor dem Gewandhaus

Es ist eine kleine Gedenkstelle eingerichtet, wo Teilnehmende temporär während der Auftaktkundgebung Schilder, Plakate, Blumen, Kerzen, o.ä. niederlegen können.

◾ 13:00 Uhr Bundesweite Schweigeminute, danach kurze Redebeiträge

Menschen, die ihre Anteilnahme zeigen möchten, sind dazu aufgerufen die Critical Maps App ein, so dass hunderte oder gar tausende Fahrradsymbole auf der Karte in ganz Deutschland erscheinen. Interessierte können sich auch beteiligen ohne direkt vor Ort zu sein. Sie sollen ihre Eindrücke während oder nach den Gedenkaktionen auf den Social-Media-Kanälen ihrer Wahl einstellen und die Hashtags #Natenom #VisionZero oder #StopKillingCyclists nutzen.

◾ spätestens 13:30 Uhr Gedenkfahrt zu den Ghostbikes am Kleinmesse-Gelände

Route: Roßplatz – Wilhelm-Leuschner-Platz – Martin-Luther-Ring – Goerdelerring – Ranstädter Steinweg – Jahnallee (ca. 5 km / 30 min Fahrzeit)

◾ spätestens 14:00 Uhr Eintreffen auf der Freifläche vor dem Eingang des Kleinmesse-Geländes

◾ spätestens 14:30 Uhr Ende der Versammlung, davor ggf. noch kurze Redebeiträge

Organisiert von der Initiative Verkehrswende Leipzig mit Unterstützung des ADFC Leipzig e. V., autofrei leben e.V. Ortsgruppe Leipzig, BUND Landesverbandes Sachsen e.V. Regionalgruppe Leipzig, Changing Cities e.V., Critical Mass Leipzig, FUSS e.V. Ortsgruppe Leipzig, Kidical Mass Leipzig, Ökolöwe – Umweltverbund Leipzig e.V., VCD Landesverband Elbe-Saale e.V. Ortsgruppe Leipzig.

Weitere Informationen gibt es unter: verkehrswende-le.de/event/11-02-2024-gedenkfahrt-fuer-natenom-leipzig/


https://leipzig.adfc.de/neuigkeit/aufruf-zur-schweigeminute-und-gedenkfahrt-fuer-den-verstorbenen-radaktivisten-nat

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Welche Vorteile habe ich durch eine Mitgliedschaft im ADFC?

    Sie haben zahlreiche konkrete Vorteile. Sie erhalten:

     

    • eine Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung für Rad- und Fußverkehr sowie ÖPNV
    • kostenlose Rechtsberatung
    • die deutschlandweite ADFC-Pannenhilfe
    • zahlreiche Vergünstigungen, bspw. bei CarSharing- und BikeSharing-Angeboten
    • Rabatte in ausgewählten Fahrradläden
    • Rabatte auf ADFC-Angebote, bspw. bei Vorträgen und Radtouren
    • das Mitgliedsmagazin "Radwelt" regelmäßig zugestellt

     

    Durch eine Mitgliedschaft unterstützen Sie den ADFC, sich für die Interessen von Radfahrenden und für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einzusetzen und Einfluss auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene zu nehmen.

    Überzeugt? Hier geht es zum Beitrittsformular.

  • Wann kommt das Radtourenprogramm heraus und wo finde ich es?

    Das Programm erscheint jedes Jahr im Frühling und ist in der Geschäftsstelle oder auch online auf unserer Website erhältlich. Außerdem wird es über culturtraeger in Leipzig verteilt.

  • Gibt es vom ADFC einen Musterkaufvertrag für den Privatkauf eines gebrauchten Fahrrads?

    Ja. Einen Musterkaufvertrag für den privaten Kauf von Gebrauchträdern finden Sie hier. Darin werden persönliche Daten von Verkäufer*in und Käufer*in sowie Details zum Fahrrad und zum Kaufpreis festgehalten.

  • Muss ich zwingend auf dem Radweg fahren?

    Radwege müssen benutzt werden, wenn dies durch entsprechende Beschilderung angeordnet ist. Sobald Sie auf einem Radweg ein Schild mit weißem Fahrrad auf blauem Grund sehen, müssen Sie zwingend den Radweg benutzen. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Radweg handelt, der vom Fußweg getrennt ist, oder um einen gemeinsam genutzten Weg. Es besteht Radwegbenutzungspflicht.

     

    Ohne blaues Schild haben Sie die freie Wahl, ob Sie Fahrbahn oder Radweg benutzen möchten.

     

    Sind Radwege mit Benutzungspflicht nicht nutzbar (Wurzeln, Schnee und Eis, Blätter, Scherben etc.), kann auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Ein Ausweichen auf den Gehweg ist allerdings tabu.

     

    In unserem Dossier zur Radwegbenutzungspflicht gibt es weitere Informationen zum Thema und zur Projektgruppe des ADFC, die sich mit der Überprüfung der Benutzungspflicht von Radwegen beschäftigt.

  • Dürfen Radwege in beide Richtungen befahren werden?

    Nein. Sind auf beiden Straßenseiten Radwege vorhanden, dürfen Sie im Regelfall nur den Radweg benutzen, der in Ihrer Fahrtrichtung rechts liegt. Anderenfalls sind Sie als Geisterfahrer*in auf dem Radweg unterwegs.

     

    Ausnahmen sind erlaubt, wenn der Radweg durch zusätzliche Beschilderung in beide Richtungen frei gegeben ist.

Bleiben Sie in Kontakt